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Jugendhaus Schacherhof ist gemeinwohlzertifiziert

Große Freude herrschte im Team des Schacherhofs am Samstag, 4. Dezember, an dem nach mehreren coronabedingten Verschiebungen das Team gemeinsam mit Gemeinwohl-Ökonomie Initiator Christian Felber seinen Gemeinwohlbericht der Öffentlichkeit präsentieren konnte.

„Besonders spannend an der Erstellung des Gemeinwohlberichts war, dass wir gelernt haben, die richtigen Fragen an uns und den Schacherhof zu stellen und so blinde Flecken zu entdecken“, erklärte der langjährige Schacherhof-Mitarbeiter Michael Burghofer, der an der Ausarbeitung des Gemeinwohlberichts mitwirkte. Herzstück des Berichts ist die sogenannte Gemeinwohlbilanz. Sie misst den Unternehmenserfolg auf einer viel breiteren Ebene als die nur auf das Kapital fokussierte Finanzbilanz.

Der Blick richtet sich dabei auf die Bereiche Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung und prüft diese im Zusammenhang mit den Mitarbeitenden, den Lieferant*innen, den Eigentümer*innen, den Kund*innen und nicht zuletzt dem gesellschaftlichen Umfeld. Während der Bericht textliche Erklärungen zu den einzelnen Kategorien liefert und so Besonderheiten hervorheben kann, bietet die Bilanz „harte“ Zahlen als Ergebnis an, was eine rasche Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen erlaubt.

Die Gemeinwohlökonomie stelle das System vom Kopf wieder auf die Füße, so Felber. „Unsere Verfassungen führen als oberstes Ziel stets das Gemeinwohl an – auch für die Wirtschaft. Im Kapitalismus sind aber die Vermehrung und der Schutz des Kapitals das übergeordnete Ziel und schlagen damit – wenn es hart auf hart kommt – zuverlässig Werte des Gemeinwohls wie z.B. die Menschenwürde und den Schutz des Planeten. In einer Gemeinwohlökonomie wird der Erfolg der Wirtschaft dagegen direkt am Ziel, nämlich der Mehrung des Gemeinwohls, gemessen. Es steht damit im Zentrum der wirtschaftlichen Bemühungen.“  

Der Schacherhof erreichte bei der ersten Gemeinwohlbilanz 496 von 1000 möglichen Punkten. „Für den Beginn können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein. Jetzt ist es wichtig, dass Verbesserungen angegangen werden, damit sich der positive Einfluss unserer Tätigkeit auf das Gemeinwohl noch erhöht“, so Susi Kimmeswenger, die ehrenamtlich am Schacherhof-Gemeinwohlbericht mitarbeitete. Als nun gemeinwohlzertifiziertes Unternehmen ist der Schacherhof in guter Gesellschaft: über 800 Unternehmen, die in 15 Ländern Europas und Südamerikas tätig sind, präsentierten bereits eine Gemeinwohlbilanz. „Wir sind damit Teil einer immer größer werdenden Bewegung von Unternehmer*innen, die eine Wirtschaft will, die den Menschen dient und den Planeten schützt“, so die Vertreter*innen des Jugendhauses. Der Gemeinwohlbericht des Schacherhofs kann vor Ort oder auf der Homepage unter www.schacherhof.at/gemeinwohl-bericht eingesehen werden.

Screenshot: Jugendhaus Schacherhof