Bereich Kinder und Jugend der Pastoralen Dienste
 
 

Keine Toleranz bei Gewalt gegenüber Kindern: Jungschar informierte am "Tag der Kinderrechte"

Keine Toleranz bei Gewalt gegenüber Kindern fordert die Katholische Jungschar Österreichs anlässlich des Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November. „In Österreich ist jegliche Form der Gewaltanwendung in der Erziehung von Kindern verboten. Seit 2011 steht dieses zentrale Kinderrecht sogar im Verfassungsrang und trotzdem rechtfertigen Personen tagtäglich Übergriffe auf Kinder als Erziehungsmittel. Keinem Kind darf körperliches oder seelisches Leid zugefügt werden“, so Jungscharreferntin Christine Hofer bei einer Verteilaktion beim St. Pöltner Bahnhof.

Wie sehr Kinderrechte auch hierzulande tagtäglich verletzt werden, zeigt sich gerade beim Thema Gewalt gegen Kinder. Im vergangenen Jahr feierte auch das gesetzliche Verbot von Gewalt in der Erziehung in Österreich sein 25-jähriges Bestehen. Doch auch nach einem Vierteljahrhundert weiß mehr als ein Drittel der Erwachsenen nichts von diesem Verbot, wie die Studie „Das Recht auf eine gewaltfreie Kindheit – 25 Jahre gesetzliches Gewaltverbot – eine Zwischenbilanz“ des BMFJ und der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs zeigt. Außerdem ist etwa jede/r Dritte der Ansicht, eine Ohrfeige habe noch keinem Kind geschadet. Ein „kleiner Klaps“ ist sogar für fast die Hälfte der befragten Personen immer noch ein voll oder teilweise adäquates Erziehungsmittel. Die breiteste Zustimmung als gebilligte Erziehungsmittel erfahren Böse sein, tadeln, schimpfen und schreien.

Die Katholische Jungschar will mit dieser Bewusstseinskampagne Menschen erreichen, denen die Tragweite der Kinderrechte noch nicht klar ist: „Wir stehen auf der Seite der Kinder und wollen ihre Rechte dort einfordern, wo Kinder selbst nicht gehört werden. Die Kinderrechte sind Pflichten der Erwachsenen gegenüber den Kindern. Viel zu oft wird im alltäglichen Miteinander das Kind nicht als Subjekt, als Gegenüber auf Augenhöhe behandelt“, sagt Hofer.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Artikel 19 der Kinderrechtskonvention, dem absoluten Gewaltverbot, „da vielen Menschen nicht klar ist, dass auch ein ‚harmloser Klaps‘, verbale Demütigung oder Liebesentzug das Kind verletzen und das Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Erwachsenen nachhaltig beschädigen. Erziehung bedeutet bewusste Auseinandersetzung, nicht Zwang und schon gar nicht Gewalt“, führt Hofer weiter aus.

Foto (Wolfgang Zarl): Am 20. November verteilten ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter/innen der Katholischen Jungschar vormittags am St. Pöltner Bahnhof Infomaterial und kleine Geschenke.